| | Die Schmach aus der empfindlichen 0:3-Niederlage im Freien ist zumindest etwas getilgt. Zum ersten Mal nach acht Jahren wieder mit von der Partie, revanchierten sich die Dachwiger im finalen Nachbarschaftsduell bei den Gebeseern, entführten Titel, Preisgeld.
Gebesee. Zugleich lieferten die Dachwiger einen kleinen Vorgeschmack auf die Vorrunde zur Landesmeisterschaft am 9. Januar an gleicher Stelle. Mit Sömmerda, Lok, Bischleben und erneut den Gebeseern warten dann vier Kontrahenten gleichen Kalibers auf die Dachwiger, die sich im Lotteriespiel Neunmeterschießen am späten Montagabend den Turniererfolg beim Silvester-Cup sicherten. Versüßt mit 150 Euro Preisgeld für die Mannschaftskasse.
"Wenn wir schon hierher fahren, wollen wir auch ins Finale. Und das will man natürlich dann auch gewinnen", sagte Dachwigs Co-Trainer Volker Wäldchen und freute sich, dass seine "Neun" den Geheimplan exakt so umsetzte.
Wenn auch unter Mithilfe einer Portion Glück. Nicht nur, dass Verteidiger Alexander Lütz, der für den am Ellbogen verletzten Keeper Alexander Specht ins Tor musste, den fünften Neunmeter gegen Zakaria Zeudmi parierte und Sebastian Skibbe im Anschluss die Nerven zum 7:6 behielt. In den taktisch geprägten regulären zwölf Endspielminuten besaßen die eingespielten Gebeseer die feineren Züge und lagen lange mit zwei Treffern vorn.
"Dadurch, dass wir den Rückstand aufgeholt und das 2:2 mit nur drei Mann gehalten haben", spielte Wäldchen auf die Rote für Robert Möller nach dessen Unsportlichkeit an, "sind wir auch verdienter Erster geworden."
Gebesees Trainer Uwe Backhaus stimmte zu, gleichwohl seine Mannschaft insbesondere in der Gruppenphase spielerisch am meisten überzeugte. Drei Siege ohne Gegentor sprachen Bände und ließen die Konkurrenz eher neidvoll dreinblicken.
Weder Witterda, das sich noch etwas in der B-Gruppe abhob und im kleinen Finale Haßleben 1:2 unterlag, noch Vieselbach oder die junge Empor-Truppe konnten dem Gastgeber Paroli bieten.
Mehr Mühe hatte dagegen Landesklässler Dachwig, um sich den Gruppensieg zu sichern. Ungeschlagen mit zwei Siegen und zwei Unentschieden behaupteten sie sich knapp vor Haßleben, Großrudestedt, Walschleben und Kreisklässler Ernstroda (Gotha).
Dass sich in den insgesamt 22 Spielen mancher eher als "Bodenpfleger" übten und zu verbissen zu Werke ging, machte den rund 200 Besuchern weniger Freude und trug in großen Teilen dazu bei, das spielerische Niveau in mäßigem Rahmen zu halten. Der Verzicht der Großrudestedter Spieler auf das Platzierungsspiel um Platz fünf rief außerdem Misstöne hervor.
"Die Jungs wollten nicht mehr", sagte Großrudestedts Trainer Bernd Schade, stellte sich aber vor seine Spieler, die sich über mangelnden Schutz durch die Unparteiischen ärgerten und ihren Unmut mit ihrer vorzeitigen Abreise zum Ausdruck brachten. "Manchmal muss man solche Maßnahmen ergreifen. Das hatte doch nichts mehr mit Hallenfußball zu tun", spielte der Großrudestedter Coach auf mitunter hartes Einsteigen an.
"Die einzigen, die wirklich Hallenfußball gespielt haben, waren die Gebeseer", unterstrich er den allgemeinen Tenor, dass die Hausherren die beste Kost lieferten.
Widersprechen konnte und wollte Dachwigs Co-Trainer Volker Wäldchen nicht und freute sich umso mehr über den kleinen Triumph. "Es macht ohnehin immer Spaß in Gebesee", sagte er und sprach - freilich auch aus dem Munde des Siegers, aber eben nicht nur - den Gebeseern ein Lob für die Organisation aus. Und er schaut gespannt auf den 9. Januar, wenn es um den Einzug in die Zwischenrunde der Landeshallenmeisterschaft geht. "Ich hoffe, dass wir dann auch ein Wörtchen mitreden können."
Steffen Eß / 29.12.10 / TA | |